Leinsamen, Leinöl, Leinmehl

Leinöl und Leinmehl, die Elemente des Leinsamen!

Der Leinsamen im Ganzen eingenommen dient in erster Linie zur Behandlung von Darmträgheit. Der Samen wird uneingeweicht mit viel Flüssigkeit eingenommen. Dabei sollte das Verhältnis 1:10 sein (auf 1 Esslöffel Leinsamen mindestens 1 Glas Wasser trinken). Der Leinsamen quillt dann erst im Darm auf, entwickelt seine Schleimhülle und rutscht dabei quasi unverdaut als reiner Ballaststoff durch Magen- und Darmtrakt. Das hat den Vorteil, dass er kaum Kalorien hat. Andererseits werden aber dabei die für die Gesundheit sehr wertvollen Öle nicht erschlossen. Daher Leinsamen: Leinöl – Leinmehl ist optimal getrennt, bzw. aufgeschlossen. Jedes der Element kann die höchste und beste Wirkung erzielen.

Die Schleimhülle des Leinsamens soll einen beruhigenden, entzündungshemmenden Effekt auf die Magen- und Darmschleimhaut haben. Will man von der beruhigenden Schleimwirkung schon im Magen profitieren, sollte der Leinsamen vorher eingeweicht werden. In diesem Fall werden die Schleimstoffe schon im Magen abgebaut.

Will man von den von den sehr effektiven Ölen und Phytohormonen profitieren, ist es ratsam, bereits aufgeschlossenen oder als Schrot vermahlenen Leinsamen verwenden. Diesen kann man z.B. ins Müsli geben, in den Joghurt rühren oder aber auch einfach mit Wasser einnehmen. Hierzu gilt aber unbedingt zu beachten, dass geschroteter Leinsamen nur begrenzt haltbar ist, dann lässt seine positive Wirkung nach (die Öle im Leinsamen reagieren schon bald mit Sauerstoff, der Leinsamen schmeckt dann bitter oder sogar bald ranzig). Besser, man mahlt ihn jeden Tag frisch.

Einfacher und auch praktischer in der Verwendung ist es, das Leinöl von den Leinmehl (Faserstoffen) getrennt einzunehmen; dann kann man beides je nach Bedarf einsetzen.

Die optimale Trennung – Leinsamen, Leinöl und Leinmehl

Das Leinöl

Leinöl, Leinmehl, Leinsamen
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ist das Pflanzenöl mit dem höchsten Gehalt an der wertvollen Linolensäure (Omega-3). Es ist nur zum Direktverzehr geeignet, nicht zum Braten oder Kochen. Wird es erhitzt, so werden die wertvollen Doppelbindungen der Omega-3  und Omega-6-Fettsäuren zerstört und viele der wertvollen Wirkungsweisen gehen verloren.

Wenn Leinöl als Diät zur Therapie bei Krankheiten (insbesondere zur diätischen Unterstützung bei Krebserkrankungen) eingesetzt wird, sollte beachtet werden, dass es seine gesunde Wirkung am ehesten entfaltet, wenn es in Verbindung mit schwefelhaltigen Aminosäuren (wie Magerquark) eingenommen wird. Das hat zudem den Vorteil, dass die verbindungsfreudigen Enden der Fettsäure-Moleküle geschützt sind, sie oxidieren auch Körper nicht so leicht, sondern gelangen unversehrt zu den Körperzellen. Auch Vitamin E erfüllt diese Funktion.

Beim Kauf von Leinöl sollte man unbedingt auf Qualität achten, wenn man von der wunderbaren Wirkung profitieren will. Das Leinöl ist nur dann hochwertig, wenn es nach der Pressung richtig gelagert wurde. Das Haltbarkeitsdatum sollte auf der Flasche stehen, es sollte in dunkle Flaschen oder aber in Dosen abgefüllt sein (der Einfluss von Licht ist ebenso schädlich wie der von Sauerstoff) und ständig unter Kühlung bleiben. Hochwertig bedeutet auch, dass nur Leinsaat aus biologischem Anbau verwendet wird und die Herstellung besonders schonend erfolgt (z.B. dass die Erwärmung des Öles während der Herstellung nicht über 36° C steigt). Leinöl sollte so naturbelassen wie möglich sein, deswegen ist auch eine Druckfilterung abzulehnen. Da Leinöl sehr schnell oxidiert, sollte es, nachdem es geöffnet ist, innerhalb von drei bis vier Wochen verbraucht werden.

Das Leinmehl

Leinmehl  ist in erster LInie bekannt für seine besondere Wirkung durch die Quellfähigkeit im Magen-Darm-Trakt. Aber dazu ist es immer unabdinglich, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen (Leinmehl quillt ca. um das 8 bis 10-fache auf). Für die optimale Wirkung sollte man das Leinmehl “eher pur” zu sich nehmen (damit sich der Schleim im Magen-Darm-Trakt bildet).
Leinmehl Dosierung: Hierzu 2 Teelöffel oder 1 EL Leinmehl in ein Glas Wasser geben, verrühren, sofort trinken und mindestens 1-2 Glas Wasser oder Flüssigkeit hinterher trinken (Milch zählt nicht dazu). Ansonsten kann das Leinmehl aber auch ins Müsli, in Quark, Joghurt etc. gerührt werden (hierbei quillt es schon vorher auf und vergrößert das Volumen).  Und auch hierzu sollte man unbedingt die ausreichende Menge trinken.
Das Leinmehl lässt sich auch gut zum Kochen oder Backen verwenden. Der leicht nussige Geschmack von Leinmehl ist eine sehr angenehme Geschmacksbereicherung für z.B. Pfannkuchen, Blinies, Kuchenteig oder Gemüsebratlinge.

Ab 2007 rückten medizinischen Studien auch die Fähigkeiten des Leinmehls (die Faserstoffe des Leinsamens) ins Licht der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit durch die Wirkung der Lignane, Phytohormone auf die Gesundheit.